Tritt ein Mangel erst im Laufe des Monats auf, kann trotz Vorauszahlung der Miete eine Minderung für diesen Monat vorgenommen werden. Voraussetzung ist die Mangelanzeige und die Erklärung eines Minderungsvorbehalts bis zum Ende des Monats. Die Mietminderung kann dann mit der Miete für einen der nächsten Monat verrechnet werden. Die Aufrechnung muss dem Vermieter schriftlich mitgeteilt werden. Viele Mietverträge enthalten zusätzliche Bedingungen für den Mieter, für den Fall der Aufrechnung. In den seltensten Fällen sind diese Regelungen auch wirksam. Um jeden Streit über die Aufrechnung zu vermeiden, sollte die Ankündigung der Aufrechnung einen Monat vor Fälligkeit der nächsten Miete erfolgen, d.h. erst im übernächsten Monat mit der Minderung aufgerechnet werden.

Die Zahlung der Miete unter Vorbehalt und die Aufrechnung der Mietminderung mit einer der nächsten Mieten, empfiehlt sich immer dann, wenn das Ausmaß der Beeinträchtigungen für die Wohnqualität am Monatsanfang unklar ist. Dies ist häufig bei Bauarbeiten, Lärm und Heizungsausfällen im Winter der Fall. Erst zum Monatsende steht fest, welche Mängel im Einzelnen vorgelegen haben und wie lange der mangelhafte Zustand angedauert hat. Art und Dauer des Mangels bestimmen die Höhe der Mietminderung.